Black Dada Cabaret – Grenzen ausser Rand und Band

Samstag, 29.10.2016, 22:00 Uhr, Clubraum, Rote Fabrik

Black Dada Cabaret – Grenzen ausser Rand und Band mit

Gustavo Nanez (Zürich): „Mustafa“

Mana Bugallo (Buenos Aires), Spoken Words & Song

Ntando Cele (Bern): „Complicated Activism for Dummies“ – Performance

Eine schwarze, südafrikanische Künstlerin klärt das Publikum als „weisse“ Aktivistin auf über Antirassismus. Ein musikalischer Harlekin oszilliert zwischen muslimischer Dichtung und peruanischem Blut. Eine feministische Diva singt, trinkt und dichtet sich durch die Geschlechternormen zwischen Argentinien und Europa. Aus Fremdzuschreibung wird Selbstzuschreibung – und zurück. Die Grenzen werden verwischt. Identitäten reiten Karussell. Und die Ordnung steht Kopf.

Zwischen Comedy, Musik und Performance zelebrieren Ntando Cele, Mana Bugallo Gustavo Nanez die karnevaleske Grenzüberschreitung. Eine antirassistisch-dadaistische Gehirnwäsche, die die innere Weltkarte neu zeichnet.

Tagesticket Samstag

 

Till Reiners (Hamburg): „AUKTiON MENSCH“

Samstag, 29.10.2016, 20:45 Uhr Shedhalle

Von wegen, in unserem System sei ein Menschenleben nichts mehr wert! Manchmal lassen sich bis zu mehrere Tausend Euro rausschlagen! Wer sich optimiert, der wird auch nachgefragt.
Till Reiners widmet sich dem, was unsere muckelige Gesellschaft zusammenhält und so liebenswert macht: Konkurrenzdenken, Neid und moralische Flexibilität. Das sympathische Allerweltsgesicht meint dazu: „Die Frage ist dabei ja nicht: Wie schrecklich kann ich das finden? Sondern: Was macht daran eigentlich soviel Spaß, dass ich mitmache?“

Tagesticket Samstag

 

Michel Abdollahis „Reise in ein Nazidorf oder wie weit reicht Humor?“ Werkschau mit Gespräch

Samstag, 29.10.2016, 19 Uhr, Shedhalle

Michel Abdollahi: «Reise in ein Nazidorf» Werkschau mit Gespräch

Einem breiten Publikum ist Michel Abdollahi mit Fernsehbeiträgen bekannt geworden, die rassistischer Ausgrenzung und Fremdenhass nachgehen. Mal widmet er sich der vermeidlich harmlosen bürgerlichen Ignoranz, mal rechtsextremer Aggression. Dabei bleibt er stets in der Rolle des Gentleman und Sprachkünstlers. Für seine Arbeiten erhielt er in diesem Jahr den deutschen Fernsehpreis: „Seine Aktionen sind gekennzeichnet von Mut und Fantasie, gepaart mit einer Portion Chuzpe. Berührungsängste sind ihm fremd. Seine Filme bieten einen erfrischend anderen Blick auf gesellschaftliche Zustände.“ Was in dieser Laudatio auf Michel Abdollahi ungenannt bleibt ist sein hintergründiger Humor. Seine Fähigkeit, selbst in den Abgründen der Menschenverachtung die Komik des Widerspruchs zu entdecken.

Laugh up! Stand up! spricht mit dem in Teheran geborenen Journalisten, Moderator und Künstler über die Potentiale und Grenzen seiner Arbeitsweise, über den Nutzen und die Fallstricke seines Humors und seine persönlichen Erfahrungen in der Rolle des neutralen Journalisten.

Das Gespärch wird selbstverständlich von Filmausschnitten begleitet.

Fernsehbeiträge (Auswahl)

Neue Heimat im Nazidorf: Allein unter Rechten

Einen Monat lang lebte der Deutsch-Iraner Michel Abdollahi in einem „Nazidorf“ in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Der Ort Jamel hat sich selbst zur „national-befreiten Zone“ erklärt und damit weltweit Aufmerksamkeit erregt. Das Dorf empfiehlt sich mit völkischen Wandgemälden und Propagandasprüchen, ein Wegweiser zeigt nach Braunau am Inn – der Geburtsort Adolf Hitlers. Viele internationale Journalisten haben das Dorf besucht, aber nur Michel Abdollahi brachte die Bevölkerung zum Reden. Aus diesem Aufenthalt entstand sein bislang längster Film.

Ich bin Muslim. Was wollen Sie wissen?

Michel Abdollahi steht mit einem Schild eben jener Aufschrift in einer Hamburger Fussgängerzone

Vielfalt: Kein Gewinn für alle? – Minderheiten-Glücksrad u.a.

Michel Abdollahi bietet Passanten an mit Hilfe eines Glückrad darüber abzustimmen, welche Minderheit ein Gewinn für die Gesellschaft sei.

Tagesticket Samstag

Mit Hate Poetry gegen Burkaverbot und ISIS? Lachkämpfe mit dem Islam

Samstag, 29.10.2016, 17:00 Uhr, Shedhalle

Im Gespräch mit der Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus und weiteren Gästen. Der Islam steht mitten im europäischen Lachkampf: Mohammedkarikaturen gehören zum guten Ton und alle wollen Charlie sein. Angesichts dieser Debatten könnte man meinen, Humor und Satire seien eine genuin europäische Erfindung und Fähigkeit.

Nicht ganz: Ob in Comedy-Shows oder in viralen Karikaturen und Memes auf Social Media – immer öfter äussern Muslim_innen ihre vielfältigen, humoristischen Stimmen: Sie spotten zugleich über Daesh und Terrorparanoia oder lachen Hassmails ins Weltall. Kritisch und karnevalesk erobern sie ein Stück Meinungsäusserungsfreiheit zurück. Was sind Chancen und Grenzen von Humor gegen antiislamischen Rassismus und Islamismus? Welche unterschiedlichen Strategien werden im Lachkampf um und im Islam eingesetzt?

Das Gespräch mit der Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus und der Kolumnistin Shpresa Jashari beleuchtet anhand von Beispielen aus Medien und Kultur die Verbindungen vom Humor, Demokratie und antimuslimischem Rassismus. Moderation: Rohit Jain.

Tagesticket für Samstag

Warm-Up: Kuttner erklärt die Welt

Der Berliner Kulturwissenschaftler, Radiomoderator, Schriftsteller und Theatermacher Jürgen Kuttner erfreut nun schon seit geraumer Zeit die Welt wie auch die Rote Fabrik mit seinen Videoschnipselabenden.
Dabei ist jeder Abend anders. Die Schnipsel variieren genauso wie die Themen: Ob Grundsätzliches wie Liebe, Sex, Krieg, Kinder, Fussball, Autos, oder Abstraktes wie Politik, Kunst, Gesellschaft, nie kann man sicher sein, was der jeweilige Vortrag auf’s Korn nimmt. Sicher ist nur eins: Danach ist man völlig durcheinander – aber auch entzückt.

Diesen Abend hat das Konzeptbüro der Roten Fabrik programmiert, wir finden aber, dass er sehr gut passt, um aufs Laugh up! Stand up! 2016 einzustimmen, deswegen unsere grosse Empfehlung!

Weitere Infos und Ticketreservierung hier!

Jilet Ayse : „Ghettolektuell“ – Stand-up Comedy

Donnerstag, 27.10.2016, 19:30 Uhr, Shedhalle

Idil Baydar eroberte mit ihrem Alter ego „Jilet Ayse“ die Laugh up! Stand up! Bühne 2015 im Sturm!

Mit „Ghettolektuell“ begeben wir uns noch tiefer in die mentalen Jagd- und Abgründe dieses fleischgewordenen Integrationsalptraums und ihrer entlarvenden Alltagsbeobachtungen. Mit scharfsinniger Migrationshintergründigkeit schlägt Idil Baydar eine Brücke von der Straße zur Mehrheitsgesellschaft – die prompt ins Wanken gerät, sobald man sie im aufrechten Gang betritt. Nichts für zu schwache Nerven oder zu enge Herzen. Explicit Lyric Content. Wallah!

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Laugh against the machine 2016

Freitag, 28.10.2016, 20:00 Uhr

Laugh against the Machine 2016

Wer lacht da eigentlich über wen? fragen wir mit dem deutsch-iranischen Comedian und Medienstar Michel Abdollahi und seinen Gästen.

Als kanakischer Journalist in Anzug und Krawatte liess sich er sich in einem „Nazidorf“ und in anderen Parallelgesellschaften befremden. Nun erkundet das hanseatische Multitalent die terra incognita der postmigrantischen Schweiz. In seiner Late-Night Show in der Aktionshalle der Roten Fabrik empfängt er die Crème de la Crème der Schweizer Slamszene: Gabriel Vetter, Fatima Moumouni, Fitim Lutfiu, Amina Abdulkadir, Etrit Hasler, Robin Bhattacharya und Renato Kaiser. Charmant und brachial, intellektuell und verspielt, melancholisch und spektakulär entsteht ein Stück antirassistische Heimat.

Also, willkommen beim Friday Night Life der postmigrantischen Schweiz!

Tagesticket Freitag