Michel Abdollahis „Reise in ein Nazidorf oder wie weit reicht Humor?“ Werkschau mit Gespräch

Samstag, 29.10.2016, 19 Uhr, Shedhalle

Michel Abdollahi: «Reise in ein Nazidorf» Werkschau mit Gespräch

Einem breiten Publikum ist Michel Abdollahi mit Fernsehbeiträgen bekannt geworden, die rassistischer Ausgrenzung und Fremdenhass nachgehen. Mal widmet er sich der vermeidlich harmlosen bürgerlichen Ignoranz, mal rechtsextremer Aggression. Dabei bleibt er stets in der Rolle des Gentleman und Sprachkünstlers. Für seine Arbeiten erhielt er in diesem Jahr den deutschen Fernsehpreis: „Seine Aktionen sind gekennzeichnet von Mut und Fantasie, gepaart mit einer Portion Chuzpe. Berührungsängste sind ihm fremd. Seine Filme bieten einen erfrischend anderen Blick auf gesellschaftliche Zustände.“ Was in dieser Laudatio auf Michel Abdollahi ungenannt bleibt ist sein hintergründiger Humor. Seine Fähigkeit, selbst in den Abgründen der Menschenverachtung die Komik des Widerspruchs zu entdecken.

Laugh up! Stand up! spricht mit dem in Teheran geborenen Journalisten, Moderator und Künstler über die Potentiale und Grenzen seiner Arbeitsweise, über den Nutzen und die Fallstricke seines Humors und seine persönlichen Erfahrungen in der Rolle des neutralen Journalisten.

Das Gespärch wird selbstverständlich von Filmausschnitten begleitet.

Fernsehbeiträge (Auswahl)

Neue Heimat im Nazidorf: Allein unter Rechten

Einen Monat lang lebte der Deutsch-Iraner Michel Abdollahi in einem „Nazidorf“ in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Der Ort Jamel hat sich selbst zur „national-befreiten Zone“ erklärt und damit weltweit Aufmerksamkeit erregt. Das Dorf empfiehlt sich mit völkischen Wandgemälden und Propagandasprüchen, ein Wegweiser zeigt nach Braunau am Inn – der Geburtsort Adolf Hitlers. Viele internationale Journalisten haben das Dorf besucht, aber nur Michel Abdollahi brachte die Bevölkerung zum Reden. Aus diesem Aufenthalt entstand sein bislang längster Film.

Ich bin Muslim. Was wollen Sie wissen?

Michel Abdollahi steht mit einem Schild eben jener Aufschrift in einer Hamburger Fussgängerzone

Vielfalt: Kein Gewinn für alle? – Minderheiten-Glücksrad u.a.

Michel Abdollahi bietet Passanten an mit Hilfe eines Glückrad darüber abzustimmen, welche Minderheit ein Gewinn für die Gesellschaft sei.

Tagesticket Samstag